Finnland Frühling
Am Samstag, den 23.05.26 startete unsere Reise nach Finnland. Der finnische Frühling zeigt sich Ende Mai und Anfang Juni von seiner schönsten Seite. Nach dem langen Winter werden die Tage immer länger und die Sonne bleibt bis spät in die Nacht am Himmel. Wälder und Seen erwachen zum Leben, Birken tragen frisches Grün, und die Natur wirkt voller Energie. Je näher der Mittsommer rückt, desto heller werden die Nächte. Im Norden Finnlands geht die Sonne sogar gar nicht mehr unter. Die Menschen verbringen viel Zeit draußen, genießen die ersten warmen Tage und bereiten sich auf das Mittsommerfest vor – eine der wichtigsten und beliebtesten Traditionen des finnischen Jahres. Die Zeit zwischen Frühling und Mittsommer ist geprägt von Licht, Natur und einer besonderen Aufbruchsstimmung.
Am Flughafen Helsinki holten wir unser Mietauto ab und kamen am frühen Abend an unserer Unterkunft, einem Airbnb weiter nördlich bei Petäjävesi an einem See gelegen an. Den Abend verbrachten wir mit einkaufen, fotografieren, Kochen und schließlich einem Lagerfeuer bei Sonnenuntergang mit Blick auf den See bei den aktuell verlängerten Tagen. Bereits am ersten Abend konnten wir hier einen Singschwan, Prachttaucher, Flussuferläufer und Möwen fotografieren. Müde fielen wir dann in unsere gemütlichen Betten.
Am folgenden Tag, am Pfingstsonntag starteten wir gemütlich in den Tag, da es draußen Stürmerinnen regnete. Wir lasen, schauten dem Feuer im Ofen zu, spielten Spiele und saunierten in unser typischen finnischen Holzsauna. Als der Sturm sich am Abend beruhigt hatte, wurde der See wieder ruhiger und wir konnten nach dem Abendessen mit dem Ruderboot hinausfahren. Wir umrundeten die Inseln vor unserem Ufer sowie eine Vogelinsel. Das war ein wunderbares Erlebnis. Wir spielten erneut Spiele bevor wir zu Bett gingen, da wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten.
Am Pfingstmontag fuhren wir sehr früh gemeinsam in den Pyhä-Häkki Nationalpark weiter nördlich gelegen und machten dort eine Wanderung von 6,4 km durch beeindruckende, unterschiedliche Landschaften. Auf dem Weg begegneten uns ein Dreizehenspecht, ein großer Brachvogel sowie eine große Ansammlung an Singschwänen. Am Nachmittag trafen wir wieder in der Unterkunft ein, brunchten, strickten, lasen und schliefen, bevor wir erneut saunierten. Es wurde zum täglichen Ritual die Prachttaucher und ihr Verhalten zu beobachten, welche wie Phantome aus dem Nichts erschienen und verschwanden. Nach dem Abendessen spielten wir wieder Spiele.
Am Dienstag, den 26.05. brachen wir nach dem Frühstück mit dem Campervan zu unserem Ziel für die nächsten beiden Tage in der Nähe von Kuhmo auf: Hier wurden wir herzlich in einer Hütte empfangen, tranken Tee, fotografierten Vögel auf dem Gelände und wurden um 17:00 Uhr zum Fotohide gebracht, wo wir die folgenden 15 Stunden verbringen sollten. Wir hatten großes Glück, da wir im Verlauf des Abends und Morgens ca. 5-6 Wölfe eines Wolfrudels auf der Lichtung beobachten und ihr Verhalten studieren konnten. Wir sahen außerdem einen jungen Seeadler, Raben und Möwen. Die Sichtungen waren sehr eindrücklich, jedoch war es im Hide sehr beengt und unglaublich kalt trotzt von uns getroffenen Vorbereitungen, weshalb wir nach diesem Aufenthalt mit nur drei Stunden Schlaf doch deutlicher als gedacht geschlaucht waren.
Da Lukas gesundheitlich bereits angeschlagen war, entschieden wir uns die zweite Nacht nicht im Hide zu verbringen, da diese noch kalter werden sollte als die Nacht zuvor. Somit hielten wir uns noch bis mittags vor Ort auf, fotografierten Gimpel, Finken, Meisen, Spechte sowie eurasische Eichhörnchen, bevor wir die Rückreise zu unseren Familien und dem tollen Airbnb antraten. Wir machten das Beste aus der Situation, obwohl wir sehr erschöpft waren. Wir wurden mit Umarmungen, einer warmen Stube und leckerem Essen empfangen.
Den Donnerstag verbrachten wir bei sehr stürmischen Wetter zunächst mit einer kleinen Entdeckertour in einheimischen Läden, bevor wir es uns im Airbnb gemütlich machten: wir spielten, laden, strickten, sortierten die Wolf Fotos, machten eine gemeinsame Sporteinheit, gingen in die Sauna und kochten. Abends konnten wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang über dem See mitverfolgen.
Am Freitag starteten wir den Tag mit einer Wanderung von 4,5 Kilometern (Harjunkierros) im Leivonmäki Nationalpark durch wunderschöne Natur. Mittags waren wir dann wieder zurück. Jeder hielt nach dem Frühstück Mittagsruhe und wir lasen anschließend in der Sonne unsere Bücher. Am gegenüberliegenden Ufer landete ein Kranich, welchen wir fotografierten. Wir spielten und machten uns zum Abendessen Pizza. Am Ufer kam eine Entenmutter mit ihren Küken zu Besuch, welche sich uns annäherten.
Den Samstag verbrachten wir zunächst mit Einkaufen in einem Trödelladen, besuchten einen finnischen Markt - auf dem Rückweg sahen wir einen Schwarzspecht, Frühstückten anschließend und fuhren dann nochmal mit dem Boot auf den See hinaus, um einem Singschwan bei der Gefiederpflege zu beobachten. Nachmittags fotografierten wir Vögel wie die Prachttaucher, Maisen und Trauerschnäpper. Wir lasen erneut in der Sonne, saunierten und kühlten uns in den Pausen im eiskalten See ab, was aufgrund des heutigen schönen Wetters endlich möglich war. Abends grillten wir zusammen und spielten erneut bis in die Morgenstunden. In den Pausen fotografierten wir die Prachttaucher und eine Gruppe Erpel bei wunderschönem Sonnenuntergang.
Am Morgen des folgenden Sonntag standen wir bereits um 6:30 Uhr auf, um die letzten Stunden in diesem Naturparadies aufzusaugen. Wir lauschten Möwen, Trauerschnäppern, Kuckucke und Singschwänen, welche sich in einer großen Gruppe auf dem See angesammelt hatten. Auch ein Eichhörnchen kam uns besuchen , wir beobachteten Spinnen, Schmetterlinge, Ameisen und eine Eidechse. Nach dem gemeinsamen Frühstück packten wir unsere Sachen und mussten uns schweren Herzens von unserem schönen „Zuhause“ der letzten Tage verabschieden. Hier trennten sich unsere Wege, da Lukas Eltern mit dem Campervan ihren Weg Richtung Estland fortsetzten, während wir nach Süden zum Flughafen Helsinki zurückkehrten. Unser Rückflug nach München ging am Abend etwas verspätet aufgrund eines Unwetters in München.